Mensch & Umwelt.

Der stetige Prozess der Urbanisierung, der Ausbau der Infrastruktur und Kommunikationsnetze, erfordert weltweit ein Umdenken im Umgang mit Ressourcen. Wir müssen das Bewusstsein für eine nachhaltige Lebensweise, insbesondere aber nicht ausschließlich in Bezug auf das Konsumverhalten und die eigene Verantwortung der Bürger*innen schärfen. Die individuelle Verantwortung muss erkannt und übernommen werden.

Dies gilt sowohl für gemeinsame Projekte und Abkommen der Vereinten Nationen - und der Schlüsselrolle, die insbesondere den wohlhabenden Industriestaaten zuteil ist - als auch den einzelnen Individuen innerhalb der Kommunen der Staatssysteme. Die Bundesrepublik Deutschland muss hier alle erforderlichen Maßnahmen ergreifen, um nicht nur den ökologischen Fußabdruck innerhalb der eigenen Landesgrenzen soweit wie möglich zu reduzieren, sondern auch mit gutem Beispiel voranzugehen. Konzerne in die Pflicht zu nehmen, um wirtschaftliche Interessen nicht vor den Ausgleich globaler Schieflagen zu stellen, weltweit positiv Einfluss zu nehmen und den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts entgegenzutreten, darf nicht in Aktionismus enden. Es muss die Maxime für die Gegenwart und Zukunft sein.   

# Umsetzung der Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs)

Die Ziele für nachhaltige Entwicklung [(SDGs) englisch: Sustainable Development Goals]1 als politische Zielsetzung der Vereinten Nationen, traten am 01. Januar 2016 mit einer Laufzeit von 15 Jahren, mit dem Umsetzungsziel bis 2030, in Kraft. Dabei geht es um die Sicherstellung einer nachhaltigen Entwicklung nach ökonomischen, sozialen und ökologischen Gesichtspunkten. Deutschland und Europa müssen sich der Ernsthaftigkeit der damit verbundenen politischen Verpflichtungen bewusst sein und diese effizient umsetzen.

Diese weltweit geltenden Ziele wurden wie folgt gesetzt:

Ziel 1:          Armut beenden

Ziel 2:          Ernährung sichern

Ziel 3:          Gesundes Leben für Alle

Ziel 4:          Bildung für Alle

Ziel 5:          Gleichstellung der Geschlechter

Ziel 6:          Wasser und Sanitärversorgung für Alle

Ziel 7:          Nachhaltige und moderne Energie für Alle

Ziel 8:          Nachhaltiges Wirtschaftswachstum und menschenwürdige Arbeit für Alle

Ziel 9:          Widerstandsfähige Infrastruktur und nachhaltige Industrialisierung

Ziel 10:         Ungleichheit verringern

Ziel 11:         Nachhaltige Städte und Siedlungen

Ziel 12:         Nachhaltige Konsum- und Produktionsweisen

Ziel 13:         Bekämpfung des Klimawandels und seiner Auswirkungen

Ziel 14:         Ozeane erhalten

Ziel 15:         Landökosysteme schützen

Ziel 16:         Friedliche und inklusive Gesellschaften

Ziel 17:         Umsetzungsmittel und Globale Partnerschaft stärken

Wir bestehen auf eine zielführende Umsetzung dieser Punkte und sehen besonders in Europa und Deutschland die Möglichkeiten, neue Maßstäbe zu setzen.

No alcohol, no weed / No cigaretts, no E’s
No milk, no cheese / No eggs, no meat
Just medation and peace / Red lentils, chick peas /
Good workout, good sleep / Mo' sunshine, light breeze....

Promoe - "Long Distance Runner" Schweden

# Schwerpunkte in Bezug auf Umwelt und Nachhaltigkeit

Um die gesteckten Ziele zu erreichen, müssen wir verschiedene Aufgabenbereiche bearbeiten, dazu zählt für uns insbesondere, die Bürger*innen aufzuklären und gemeinsam Lösungen zu finden und umsetzen.

Wir müssen uns die richtigen Fragen stellen und Antworten finden.

Wie können wir es schaffen, ohne soziale Nachteile, den Ausstieg aus der Kohle und fossilen Brennstoffen zur Energieerzeugung zu ermöglichen?

Deutschland muss stärker auf erneuerbare Energien und dezentrale Energiegewinnung setzen. Es gilt Initiativen bzgl. Photovoltaik und Windkraft zu unterstützen und zu subventionieren. Aktuell ist die Entwicklung hier bedrohlich rückläufig.

Energieeffizienz und Energieersparnis müssen eine zentrale Rolle einnehmen. Der Energieverbrauch kann aber nur gesenkt werden, wenn das Bewusstsein für die Notwendigkeit aller Maßnahmen zur nachhaltigen Energiegewinnung bei Wirtschaft, Politik und Bevölkerung geschärft wird. Dazu zählen unter anderem:

  1. Steuerliche Förderung der Photovoltaik auf sonnenexponierten Dächern im gesamten Bundesgebiet

  2. Aufbau eines Netzes zur Wasserstofferzeugung bei Überkapazitäten an bestehenden Windkraftanlagen

  3. Nutzung bestehender Wehranlagen an Bächen und Flüssen (über 60.000) zur Stromerzeugung nach einer Effektivitätsanalyse

  4. Eventueller Ausbau von kleinen Windkraftanlagen an Hochspannungsmasten

Methoden zur Ressourcengewinnung wie das umstrittene „Fracking“ dürfen nicht als Alternativen in Frage kommen.

Unternehmen und Konzerne dürfen wirtschaftliche Interessen nicht über die Umwelt und die Gesundheit von Mensch und Tier stellen.

# Das Konsumverhalten ändern

Nachhaltiges Konsumverhalten gilt es zu fördern und innovative, umweltschonende und gesundheitsfördernde  Maßnahmen zu unterstützen. Insbesondere betrifft dies die Bereiche Verpackungsmaterialien und die damit verbundene Abfallproduktion. Nicht nur die Industrie muss hier in die Pflicht genommen werden, um Abfall zu reduzieren und nachhaltiger zu produzieren, auch die Bürger*innen sollten die Verantwortung erkennen, die Nachfrage und somit den Markt mitzugestalten.

Ein reglementierter Umgang mit Lebensmitteln wie bspw. der französische Gesetzesentwurf, der Supermarktketten untersagt, nicht verkaufte Nahrungsmittel im Müll zu entsorgen, muss zur Pflicht werden.

In Deutschland landen jährlich ca. elf Millionen Tonnen Lebensmittel auf dem Müll – das entspricht ungefähr einem Wert von 25 Milliarden Euro. Es gilt Modellversuche wie Supermärkte, die Nahrungsmittel ohne Verpackungen anbieten - bereits in Deutschland existent -  zu stärken und zu fördern, um Verpackungen und Plastikmüll zu vermeiden.

# Massentierhaltung

Die Massentierhaltung ist eines der größten Probleme der Moderne, gleichzeitig wird kaum ein anderes Thema so emotional diskutiert und nirgends zeigt sich die Ambivalenz der Gesellschaft stärker, als bei unserer Ernährung und dem Umgang mit der Tierwelt dieses Planeten.

Die Massentierhaltung ist maßgeblich für viele ökologische, soziale und ökonomische Probleme verantwortlich. Diese gehen weit über das vernachlässigte Befinden der betroffenen, Leid empfindenden, Lebewesen hinaus.

  • Die Entwicklung von Krankheiten durch multiresistente Keime – da die Massentierhaltung für den inflationären Gebrauch von Antibiotika verantwortlich ist.
  • Weltweit werden 60-70 Milliarden Tiere zur Fleischproduktion getötet, der Verbrauch an Nahrungsmitteln für die Tierzucht erfordert Weideflächen, den Anbau von Monokulturen zur Futtergewinnung, ein enormes Trinkwasser-Kontingent und ist maßgeblich an der Rodung der klimatisch dringend notwendigen Regenwälder verantwortlich. Über 90% des weltweiten Soja-Anbaus geht ausschließlich in die Massentierhaltung.
  • Der hohe Konsum von tierischen Produkten steht nach diversen offiziellen Studien im Verdacht Krebs und weitere Zivilisationskrankheiten auszulösen.
  • Die CO2 Emissionen der Massentierhaltung gelten als die wichtigsten Verursacher der globalen Erwärmung. Allein pro Kilo Rindfleisch werden umgerechnet 13,3 Kilo CO2 freigesetzt. Dazu kommt der CO2 Ausstoß durch die Verkehrswege, die das Futter für die Tiere zurücklegt und die Logistik bzgl. der getöteten Tiere.
  • Der Export billig produzierter Nahrungsmittel und Tierprodukte an wirtschaftlich schwächere Länder zerstört die dortigen Binnenmärkte und Infrastrukturen

Wir fordern kurzfristig einen Stopp sämtlicher staatlicher Subventionierungen zugunsten der Massentierhaltung in Deutschland und Europa. Mittel- und langfristig sehen wir die Beendigung der Massentierhaltung als klares Ziel.

Hier würde eine Förderung regionaler und saisonaler Lebensmittel für den regionalen Gebrauch dabei helfen, den ökologischen Fußabdruck zu reduzieren. Aufklärung bzgl. der Auswirkungen und Missstände der Massentierhaltung zur Fleisch- und Milchproduktion ist unabdingbar, um ein Bewusstsein bei Konsument*innen zu entwickeln. Grundsätzlich sollte der maßlose Konsum tierischer Produkte auf ein, buchstäblich, gesundes Maß reduziert werden. Ressourcenschonende, vegetarische oder vegane Ernährungs- und Lebensweisen sind zu bevorzugen und zu fördern - mit entsprechenden Aufklärungsmaßnahmen und Subventionierungen.   

Dazu zählen auch ein übergreifender Artenschutz und der vernünftige Umgang mit wildlebenden Tieren in Deutschland. Ein generelles Verbot von (Wild-)Tieren im Zirkus und ein verantwortungsvoller Umgang mit Tieren in Zoos, Tierparks und bei und mit den sogenannten Haustieren.

 

1 https://sustainabledevelopment.un.org/?menu=1300