Rente

Altersarmut ist ein sehr großes und sehr wichtiges Thema. Aufgrund der Versteuerung der Rentenzahlung und der unzureichend bemessenen Höhe ihrer Rente müssen sich jeden Monat unzählige Rentner:innen Sorgen um ihr Überleben machen.

Vielen hilft einzig ihre Witwenrente, um über die Runden zu kommen. Diejenigen, die keinen solchen Zuschuss erhalten, könnten mit Grundsicherung aufstocken, was von den etwa eine Million Berechtigten jedoch nur etwa 570.000 wahrnehmen. Gründe hierfür sind u. a. Befürchtungen der Betroffenen, dass ihre Kinder und ggf. Enkelkinder diese Aufstockung zurückzahlen müssten.

Zwar müssen Aufstocker:innen den Aufstockbetrag nicht zurückzahlen, jedoch zeigt diese Befürchtung sehr deutlich, wie wenig informiert die Menschen werden über etwas, das für sie Grundlage des Lebens ist. Ist das wirklich die Art und Weise, wie wir alte Menschen behandeln und ihnen finanziell gegenübertreten wollen? Ganz klar: nein.

Unserer Ansicht nach haben alle Rentner:innen ein Recht auf selbstbestimmte Lebensumstände, in denen ihnen finanzielle Sorgen und Ängste erspart bleiben; in denen sie sich nicht durch äußere Umstände als Bürde für ihre jüngeren Familienmitglieder oder die Gesellschaft sehen. All das muss unabhängig davon geschehen, ob sie sich in ihrem Leben für Kinder oder für eine Heirat entschieden haben.

Zudem muss eine klar Kommunikation und Informationsausgabe stattfinden. Wir haben die Vision einer Gesellschaft, in der alte Menschen in allen Bereichen des sozialen Miteinanders inkludiert sind.

Die Spaltung zwischen jung und alt führt dazu, dass wir von der Geschichte abgeschnitten werden und nicht mehr aus den gemachten Erfahrungen lernen können. Statt einer Rente im bisherigen Sinn, schlagen wir eine Kombination aus dem bedingungslosen Grundeinkommen und zusätzlichen von der Gesellschaft zu erbringenden sozialen, nicht-monitären Leistungen vor, die in Nachbarschaftszentren koordiniert werden können.

So ist gesichert, dass jede:r Rentner:in gut leben kann - ohne finanzielle Sorgen oder Gedanken daran, ihre Angehörigen zu belasten. Wir wollen, dass die Rente für jede Person gleich ist; unabhängig davon, ob die Person sich in ihrem Leben für Kinder oder eine Heirat entschieden hat / entscheiden konnte, welcher Bildung der Person zugänglich gemacht wurde, aus welcher Gesellschaftsschicht eine Person kommt.

Wir wollen die Rente von heteronormativen Strukturen und vom Patriarchat lösen, durch die und in welchem Frauen und weiblich gelesene Personen weit weniger Rente bekommen als Männer, weil sie keinen Zugang haben zu gleichwertigen Lohnarbeitsmöglichkeiten und -bezahlungen, weil sie als homosexuelle Personen nicht heiraten durften (in Deutschland ist das erst seit 2017 möglich) oder weil ihnen automatisch das Bekommen und die Erziehung von Kindern zugeordnet wurde.

Eine von all dem unabhängige Rentenzahlung ist also auch ein Kampf gegen die Abhängigkeitspositionen, in die Frauen und weiblich gelesene Personen gebracht wurden und werden. Es ist wichtig, Rentner:innen einen angenehmen und eigenständigen Lebensabend zu gewährleisten, weil sie alle in irgendeiner Form zum Aufbau, zur Weiterentwicklung, zur Verbesserung unserer Gesellschaft beigetragen haben.

Entweder durch ihre Taten oder durch ihre Ideen und ihr Wissen. Zugleich müssen wir uns bewusst machen, wieso die Höhe der Rente eigentlich an Lohnarbeit, heteronormative Strukturen, Geschlechtsidentitäten und das Patriarchat gebunden sind und dass wir diese Verbindung aktiv zerstören müssen, um dann schlussendlich auch diese Strukturen dekonstruieren zu können.

Die Sicherung der Rente über die Grundsicherung hilft somit auch, aktiv für Gleichberechtigung einzutreten und auf eine gleichberechtigte Gesellschaft hinzuarbeiten.